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My ART and Projective Identification

>„In the process of projection, parts of the self are expelled and attributed to the external object, which then becomes charged with the emotions belonging to those parts.“< 
— Melanie Klein, Notes on Some Schizoid Mechanisms, 1946

 Ich mache mir nichts vor:
 „Jede künstlerische Arbeit ist auch ein psychischer Prozess: ein Weg, auf dem innere Anteile, verdrängte Emotionen und nicht gesprochene Wahrheiten eine neue Gestalt suchen“... Und über die Leinwand auch finden und so Spuren legen. Das meine ich auch mit: „The Canvas doesn`t stay white“. Die Leinwand bleibt nie weiß.
Melanie Klein beschreibt in ihrer Theorie der „projektiven Identifikation“, wie Teile des Selbst unbewusst nach außen verlagert und in ein Gegenüber hineingelegt werden. Sie meint das auf der Neurologisch— Psychologischen Ebene.
Dort beginnen sie zu leben – als Spiegel, als Schatten, als fremd gewordener Teil von uns selbst.
In der Kunst  und auch bei mir, wird dieser Mechanismus verwandelt.
Was in der Psychologie als Abwehr beschrieben wird, wird im schöpferischen Prozess zur Transzendenzbewegung.
 Das Verdrängte wird nicht länger abgestoßen, sondern in Farbe, Form und Bewegung umgesetzt. Die Leinwand wird zum Resonanzraum, zur Bühne, in dem das Innere seine sichtbare und zugleich befriedete Existenz findet.
So ist meine Malerei auch eine Form der psychischen Rückholung.
Sie versucht das Verlorene heim zuführen, lässt das Verdrängte sprechen – nicht in Worten, sondern in Schichten, Schichten aus Farben, Form—Klängen, Fluidität.
Das Unsagbare wird durchlässig; das Bild wird zum Ort der Aussöhnung zwischen dem, was innen klingt, und dem, was außen sichtbar wird.
Diese Bewegung führt direkt zu *Visio et Spiritus – aliter in Via* > Vision und Geist auf anderen Wegen<
Das Sehen wird zum geistigen Vorgang, das Bild zur Erscheinungsform des Inneren.
Nicht mehr Projektion als Abwehr, sondern Vision als Erkenntnis.
Kunst wird so zur Umkehrung des psychischen Mechanismus – vom Ausstoßen zum Einbeziehen, vom Spalten zum Heilen, vom Ich zur Welt.

Zum Weltgeist auf anderen Spuren. Und diese Spuren der Selbstbewegung führen unweigerlich hinaus in die Bühnen— Räume der Kultur— dort, wo Projektionen zu Systemen werden.

Zwosta— Nachgehakt

Was also in der Seele geschieht, wiederholt sich unweigerlich im Gemeinwesen. Und damit auch in der Kultur: Wir projizieren, statt zu erkennen, und nennen es Kritik. Die Projektive Idendentifikation (Melanie Klein) hat längst die politische Bühne erreicht— Verantwortung wird verschoben, Schuld delegiert, das eigene Versagen in das Gegenüber gespiegelt.

Doch die KUNST bleibt das subversive Element der Heilung. Sie nimmt auf was verdrängt wird, und verwandelt es in Sichtbarkeit. Wie der Wal, der Jona trägt, birgt sie das Dunkle, um es in Licht zu verwandeln. So wird jedes Kunstwerk zum Raum der Rückkehr— vom Spalten zum Integrieren, vom Urteilen zum verstehen— vom Machtspiel zur Menschlichkeit.

„Wo das Ich sich spaltet, spaltet sich auch die Gesellschaft— und die KUNST wird zum Ort, an dem diese Brüche sichtbar gemacht werden“.

— Paul Berno Zwosta

 


Die Sonographie der Tiefe— Das Denken als Echolot der Seele 

 Die Wahl des Begriffs „Sonographie“ in meiner künstlerischen Arbeit folgt keiner medizinischen, therapeutischen, religiösen oder Erlösung theologischen Intention. 

Sie entspringt einem ästhetisch - intellektuellen Interesse: Dem Versuch, die inneren Bewegungen des Denkens - seine Schwingungen, Verdichtungen, seine unüberhörbaren Frequenzen - sichtbar zu machen. Und zwar in meiner Kunst, sowie ich sie mache und verstehe. 

Die  „Sonographie“ ist für mich kein Mittel zur Diagnose, oder zur Heilung, sondern ein Instrument der Erkenntnis. 

Sie beschreibt jenen Moment, in dem Denken zu einer Wahrnehmungsform wird, in dem Bewusstsein selbst als Klang und Farbraum erscheint. 

Im Zentrum steht nicht die Selbsterlösung, sondern die Freiheit der Form, in den Raumgrenzen der Leinwand. 

Nicht das Bedürfnis nach seelischer Reinigung, sondern der Wunsch, Denkprozesse zu ästhetisieren
-  

Sie also als sichtbare, fühlbare, fast musikalische Bewegungen erfahrbar zu machen. Seele ist der Ort an dem das Echolot eintaucht in das Denken. 

Diese geistige und ästhetische Position hat sich über Jahrzehnte bei mir entwickelt. Sie ist nicht spontan entstanden - nicht aus dem Nichts; 

Sie kommt nicht aus einem Museum, nicht aus dem Malsaal oder einer Kunsttheoretischen Vorlesung, und schon gar nicht als eine Erfindung des Marketings. 

Sie ist das Resultat einer langjährigen geistigen Auseinandersetzung mit philosophischen, kulturellen und kunsthistorischen Fragen, und letztlich mit der alten, unerschöpflichen Frage nach unserem Platz als MENSCH im RAUM. 

In diesem Sinne ist meine künstlerische Praxis eine Echolotung des Geistes im Material. Wie der Wal im Abyss seine Orientierung über Schall findet, so sucht - beziehungsweise findet - mein Denken seine Spur, seine Tiefe im Widerhall. 

Das Werk wird dabei nicht zum Spiegel des Ichs, sondern zur Resonanzfläche des Weltgeistes - zum Ort, an dem Wahrnehmung, Gedanke, Form und Farbe in Schwingung treten. 

Diese Form der Kunst-Sonographie beruht auf einer Philosophie des Hörens: 

Ein Denken, das lauscht. 

„Ein Erkennen, das sich nicht über das Objekt erhebt, sondern sich ihm annähert - tastend, offen ohne Beherrschungsanspruch“. 

 

Wie die Wale- 

wie meine Wale, 

wie wir Wale. 

 

Wie die Wale der Ozeane, 

die durch die Abyss und 

smaragdgrünen  Seegras-Wälder 

der Saragossasee ziehen,-

nichts als den Frieden leben. 

— Paul Berno Zwosta

Die geistig-kulturelle Pest - Ein Text in drei Akten

 AKT 1 – Manifest 

Lisa Feldman Barrett – amerikanische Neurowissenschaftlerin und Psychologin, Professorin an der Northeastern University in Boston, international bekannt für ihre Forschungen zu Emotionen, Kultur und Gehirnentwicklung:

"The human brain is a cultural artifact. We don’t load culture into a virgin brain like software loading into a computer; rather, culture helps to wire the brain. Brains then become carriers of culture, helping to create and perpetuate it."

„Das menschliche Gehirn ist ein kulturelles Artefakt. Wir laden Kultur nicht in ein jungfräuliches Gehirn wie Software in einen Computer; vielmehr hilft Kultur, das Gehirn zu verdrahten. Gehirne werden so zu Trägern der Kultur, die helfen, sie zu erschaffen und weiterzugeben.“

Das menschliche Gehirn ist kein leeres Gefäß. Kultur selbst formt seine Bahnen, legt Gedächtnisspuren an und schenkt uns Halt. Wird das, was über Jahrtausende hinweg als Erzählung, Erinnerung und Wahrheit in allen Kulturen getragen wurde, plötzlich zur Lüge erklärt, so ist dies mehr als politische Machtgeste: Es ist ein Angriff auf die Schaltkreise unseres Denkens, auf die Substanz unserer Seelen.

„Kultur ist das Skelett der Menschheit. Wer dieses Skelett zerbricht, umdeutet entreißt uns unsere Haltung, Richtung und Würde.“
 — Paul Berno Zwosta

Die elementare Gefährlichkeit solcher Umdeutungen liegt darin, dass sie nicht nur Geschichten oder Symbole verbrennen, sondern das Fundament unseres geistigen Leibes angreifen. Es ist die neueste Form der Kultur- und Kunstverbrennung: nicht mehr sichtbar im Feuer der Scheiterhaufen, sondern unsichtbar in den Gehirnen, Herzen und Erinnerungen der Menschen. 

AKT 2 – Camus & Berno 

"A pestilence isn’t a thing made to man’s measure; therefore we tell ourselves that pestilence is a mere bogy of the mind, a bad dream that will pass away. But it doesn’t always pass away, and, from one bad dream to another, it is men who pass away…"

— Albert Camus, Die Pest

Camus sprach von der biologischen Seuche, die die Körper zerfrisst und eine Stadt geistig lähmt. Doch heute erleben wir eine andere Pest – eine geistig-kulturelle Pest, die Geschichten, Wahrheiten und Symbole als „Lüge“ erklärt und damit das innere Skelett der Menschheit angreift.

Diese Pest kennt keine Bakterien. Sie nistet sich ein in Worte, in Umdeutungen, in Dekrete. Sie zerfrisst nicht die Lungen, sondern die Erinnerungen. Sie verbrennt nicht Bücher im Feuer, sondern löscht Bilder, Mythen und Werte im Gedächtnis der Menschen.

So zeigt sich die neue Pest: Ist eine kulturelle und künstlerische Krankheit, die uns geistig verwaisen lässt, wenn wir ihr nicht mit Widerstand, Erinnerung und Kunst entgegentreten. 

AKT 3 – Herz & Gegenkraft 

Everybody says love makes the world go round,
 but the power of the heart is more than just a phrase.
 I feel lost, sometimes even dumb,
 yet I know — you are my power,
 my ever, my axis, my canvas;
 the secret gravity that holds me upright
 when everything else dissolves.

Alle sagen, Liebe lässt die Welt sich drehen,
 doch die Kraft des Herzens ist mehr als nur ein Spruch.
 Ich fühle mich verloren, manchmal gar töricht,
 doch ich weiß – du bist meine Kraft,
 mein Immer, meine Achse, meine Canvas;
 die geheime Schwerkraft, die mich aufrecht hält,
 wenn alles andere zerfällt.

— Paul Berno Zwosta 

Das Herz ist die Gegenkraft zur Pest – biologisch wie kulturell. Es ist das, was kein Dekret, keine Krankheit, keine Umdeutung vernichten kann. Wenn Kultur das Skelett der Menschheit ist, dann ist Liebe ihr Blut, und das Herz ihr unzerstörbarer Motor. Und die Canvas- das Echo.

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